Die Volksgruppe Ca Dong freut sich auf Wasserquelle. (Foto: dantocmiennui.vn)

Die Ca Dong legen immer großen Wert auf die Wasserquelle. Bei der Wahl des Grundstücks für die Gründung eines Dorfes wählen die Dorfältesten immer zuerst eine Wasserquelle. Sie platzieren den Wassertrog direkt am Eingang des Dorfes, dem saubersten Ort. Die Anbetungszeremonie des Wassertroges wird mit dem feierlichsten Ritual abgehalten.

Bereits am frühen Morgen versammeln sich Jungen, Mädchen, ältere Menschen und Dorfältesten der Ca Dong-Gemeinschaft in der Gemeinde Tra Don im Kreis Nam Tra My in einem Haus in der Mitte des Dorfes. Sie alle tragen farbenfrohe traditionelle Trachten. Alles für die Anbetungszeremonie ist vorbereitet. In Gong-Klängen führt der Dorfälteste das Anbetungsritual durch.

Vor dem Tag der Anbetungszeremonie ruft der Dorfälteste die jungen Männer im Dorf zusammen und weist ihnen Aufgaben zu, wie zum Beispiel einen Neu-Baum aufzustellen und den Weg zum Bachgebiet freizumachen, um Wasser zu holen. Sie überprüfen den Wassertrog noch einmal und stellen ihn fest. Wenn der Wassertrog beschädigt ist, wird er repariert oder ersetzt. Dazu der Dorfälteste Nguyen Duc Thuong in der Gemeinde Tra Don im Kreis Nam Tra My:

„Der Dorfälteste wird ein Treffen mit den Dorfbewohnern abhalten und dann den Termin für die Zeremonie festlegen. Danach wird er jeder Gruppe Aufgaben zuweisen. Er fordert die Dorfbewohner außerdem auf, die Wasserquelle sauber zu halten und im Wassereinzugsgebiet keine Bäume zu fällen. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft.“

Die Ca Dong binden Faden an die Hand des Dorfältesten, um ihr Vertrauen zum Ausdruck zu bringen. (Foto: dantocmiennui.vn)

Das Aufstellen des Neu-Baums ist die erste Aktivität und einer der wichtigsten Schritt dieser Anbetungszeremonie.

Nach der Gebetszeremonie werden die jungen Männer im Dorf Wasserleitungen flussabwärts verlegen, um das Dorf mit Wasser zu versorgen. Neben dem Neu-Baum befindet sich der Wassertrog des Dorfes. Jede Familie im Dorf wird dort Wasser holen und es nach Hause bringen, um Reis zu kochen.

Während sich die Männer damit beschäftigen, den Neu-Baum zu schmücken und das Wasser von der Quelle zum Trog zu bringen, kümmern sich die Frauen zu Hause um die Küche. Sie bereiten traditionelle Gerichte zu, wie zum Beispiel der im Bambusrohr zubereitete Reis und Can-Schnaps. Ho Thi Hang in der Gemeinde Tra Don im Kreis Nam Tra My sagt:

„Meine Familie bereitet Zutaten für Kuchen vor und schneidet Bambusrohre, um das von der Quelle herabfließende Wasser aufzufangen. Das ist unser Brauch. Mit diesem Wasser kochen wir Reis und Schweinefleisch als Opfergaben für Götter und beten um gute Geschäfte im nächsten Jahr, ertragreiche Ernten und gute Lernleistung für unsere Kinder.“

Laut Dinh Van Vuong, Vorsitzender des Volkskomitees der Gemeinde Tra Don, ist das Wassertrog-Fest von der Identität eines seit langem bestehenden landwirtschaftlichen Rituals geprägt und bringt das religiöse Leben der Ca Dong zum Ausdruck.

„Dies ist eine Gelegenheit für die Angehörigen der Ca Dong, sich zu treffen und einander darüber zu informieren, wie man Wälder, Wasserquellen und Dörfer schützt sowie Erfahrungen in Produktion und Tierhaltung auszutauschen. In der kommenden Zeit werden wir den Wert des Festes weiter fördern, um die Kultur unserer Volksgruppe zu bewahren.“

In der Zeit der Integration trägt die Aufrechterhaltung der Wassertrog-Anbetungszeremonie dazu bei, die kulturelle Identität ethnischer Minderheiten im bergigen Gebiet der Provinz Quang Nam aufzubewahren.