Junge Künstlerinnen bringen den Besuchern Lithophonen näher. (Foto: H Xiu/VOV-Hochland)

In dem nostalgischen Raum mit den vielen Steingegenständen der nationalen Sondergedenkstätte Ganh Da Dia in der Gemeinde Tuy An Dong in der Provinz Dak Lak hören Besucher schon von weitem den Klang von Lithophonen, die viele verschiedene Musikrichtungen spielen. Traditionelle Lieder und neue populäre Lieder werden von den Mädchen gekonnt vorgetragen. Der melodiöse Klang des Lithophons in Kombination mit modernen Klängen begeistert die Zuhörer. Nguyen Van Son, ein Tourist aus Hanoi, sagt:

„Ich hörte den Klang des Instruments aus der Ferne und sagte meinem Kind, es ist der Klang eines Lithophons. Das Lithophon ist ein ganz besonderes Musikinstrument, das im Alltag der Menschen vor Ort vorkommt. Es ist auch mit der Feldarbeit der Einheimischen verbunden.“

Mai Thi Hang, eine Mitarbeiterin der Touristenattraktion Hon Xua an der Gedenkstätte Ganh Da Dia, klopft geschickt mit zwei Holzhämmern auf Steinstangen unterschiedlicher Länge und erzeugt so eine rustikale und doch fesselnde Melodie. Hang erzählte, dass sie in den letzten vier Jahren bei vielen Touristen als „Lithophon-Künstlerin“ bekannt war. Von der anfänglichen Neugier sei sie nun mit großer Leidenschaft dabei und verbringe jeden Tag Zeit damit, dieses besondere Musikinstrument zu üben und zu entdecken, so Hang:

„Wir lernen alleine und haben auch Privatlehrer. Jetzt können wir viele Lieder spielen, sowohl Musik aus dem Hochland Tay Nguyen als auch Popmusik. Wir üben junge Musik, um Touristen zu bedienen. Wir arbeiten am Morgen und üben am Nachmittag.“

Die Besucher informieren sich über Lithophonen. (Foto: H Xiu/VOV-Hochland)

An der Gedenkstätte des Nhan-Turms im Wohnviertel Tuy Hoa in der Provinz Dak Lak tragen junge Kunsthandwerker – hauptsächlich Frauen – ebenfalls dazu bei, Lithophone der Öffentlichkeit näher zu bringen. Dazu Pham Thi My Linh in der Gemeinde Tuy An Dong:

„Um Lithophon spielen zu können, müssen wir etwa in fünf bis sechs Monate üben. In den ersten zwei Monaten konzentrieren wir uns auf das Üben unserer Hände. Das Wichtigste beim Lithophonspiel ist es, sich mit dem Hammer vertraut zu machen. Man hält den Hammer mit einem Zeigefinger und einem Daumen, während die anderen Finger entspannt und dicht dahinter sind und als Hebel zum Anheben des Hammers dienen. Auf diese Weise wird der Klang beim Spielen des Instruments klar.“

Wissenschaftlern zufolge ist das Lithophon das älteste Schlaginstrument Vietnams. Es gehört zum prähistorischen Typ und hat einen resonanten und klaren Klang. Im Phu-Yen-Museum wird das 1992 entdeckte Lithophon-Set von Tuy An derzeit als eine der wertvollsten Antiquitäten aufbewahrt und ausgestellt. Dieses Lithophon-Set ist etwa 2.500 – 3.000 Jahre alt und übertrifft andere Lithophone hinsichtlich der Klangfarbe, da es vollständig, intakt und mit einer kompletten Tonleiter ausgestattet ist. Ly Ca, eine Mitarbeiterin des Phu-Yen-Museums, sagt:

„Das Lithophon-Set wurde 1992 in der Provinz Phu Yen entdeckt. Es besteht aus Pocia-Rhyolith-Stein und besteht aus acht Stäben. Diese Stäbe haben unterschiedliche Längen und Kürzen, wodurch die unterschiedlichen Klänge entstehen.“

Ausgehend vom ursprünglichen Lithophon mit nur acht Stäben haben lokale Künstler größere Lithophon-Sätze entwickelt, einige mit bis zu 35 Stäben, um auch Musik mit tiefen Bässen und komplexen Rhythmen spielen zu können.

Nguyen Minh Nghiep, Eigentümer des Touristengebiets Hon Xua, ist ein Pionier in der Herstellung und Weiterverarbeitung von Lithophonen aus Tuy An. Er sagte, dass er sich seit 2013 mit den alten Lithophonen von Tuy An beschäftigt und dann neue Lithophone gesammelt und hergestellt habe.

„Ich habe etwas über Steine gelernt, dann das alte Tuy An-Lithophon erforscht und das Steinmaterial gefunden, um Lithophone nachzubauen, die bei modernen Musiknoten Standard sind. Nachdem ich einen geeigneten Steinblock gefunden habe, meißelteich ihn, um ihn kompakter zu machen, wie das Tuy An-Lithophon-Set. Derzeit hat das von mir hergestellte Lithophon-Set maximal 35 Stäbe. Je weniger Stäbe, desto geringer, je mehr Stäbe, desto größer der Bassbereich.“

Das Lithophon von Tuy An ist nun Teil des einzigartigen Kulturtourismusprodukts im östlichsten Teil des Landes.