Am Kurs nehmen auch Kinder aus benachbarten Dörfern teil. |
Im Dorf Lat Da sind über 90 Prozent der Einwohner Angehörige der San Diu, doch viele konnten früher weder lesen noch schreiben. Seit vier Jahren gehören die regelmäßigen Unterrichtsstunden im kleinen Haus von Truong Van Chinh zum Alltag. Trotz seines Alters von über 75 Jahren unterrichtet er beharrlich und erklärt Schriftzeichen ebenso wie Bräuche und Lebensweisen der San Diu. Der Unterricht findet wöchentlich statt und bleibt auch bei Regen und Sonne konstant. Truong Van Chinh sagt:
„Ich sehe, dass viele Kinder seit den 1990er-Jahren immer weniger unsere Sprache sprechen und unsere Schrift kaum noch kennen. Ich habe Sorge, dass sie verloren geht. Deshalb unterrichte ich kostenlos, damit die jungen Leute ihre Wurzeln und die Identität der San Diu bewahren.“
Entgegen anfänglicher Skepsis fand der Kurs großen Zuspruch. Neben Kindern und älteren Dorfbewohnern kommen auch Teilnehmer aus Nachbarorten. Die ältesten Lernenden sind über 60, die jüngsten etwa acht Jahre alt. Muu Van Duc, ein regelmäßiger Teilnehmer, sagt:
„Wir unterstützen diesen Unterricht sehr, vor allem für die Kinder, damit Sprache und Schrift der San Diu nicht verloren gehen.“
Truong Van Chinh ist über 75 aber engagiert sich noch für den Unterricht der San-Diu-Schrift. |
Auch der Schüler Nguyen Tien Anh im Dorf Lat Das betont den Wert des Unterrichts:
„Ich möchte lernen, um unsere Schrift und Kultur zu bewahren und sie weiterzugeben.“
Zur Unterrichtszeit legen Truong Van Chinh und seine Frau ihre Feldarbeit beiseite. Dao Thi San, seine Ehefrau, bereitet den Raum sorgfältig vor und begleitet jede Stunde. Sie freut sich über die wachsende Beteiligung:
„Meist kommen 14 bis 15 Kinder, manchmal sogar 20. Selbst wenn nur wenige da sind, unterrichten wir weiter. Das macht mich sehr glücklich.“
Immer mehr Menschen in Tan Cuong können inzwischen die San-Diu-Schrift lesen und schreiben. Dazu Truong Van Chinh:
„Ich werde mein Bestes tun, um die Kinder zu unterrichten, bis meine Gesundheit es nicht mehr zulässt.“
Mit großer Hingabe bewahrt er so den kulturellen Strom der San Diu im Teegebiet. Sein kleines Klassenzimmer erhält nicht nur Schriftzeichen, sondern hält auch das kulturelle Feuer lebendig und gibt es an die junge Generation weiter.
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