Eine Hat-Boi-Aufführung an einer historischen Stätte in Ho-Chi-Minh-Stadt. (Foto: das Hat-Boi-Theater von Ho-Chi-Minh-Stadt)

Sonntags um 09:00 Uhr sind an der Le-Van-Duyet-Grabstätte lebhafte Klänge von Trommeln und traditionellen Blasinstrumenten zu hören. Eine ganz besondere Bühne entsteht. Hat-Boi-Künstlerinnen und -Künstler bereiten sich mit prächtigen Kostümen und kunstvoll bemalten Masken auf eine kostenlose Aufführung vor. Diese Kunstform stammt ursprünglich aus dem höfischen Bo-Theater. Auf der Bühne vereinen sich Gesang, Tanz und Schauspiel zu einem lebendigen Gesamtkunstwerk voller Ausdruckskraft.

Hat-Boi-Aufführungen werden von Zuschauern begeistert aufgenommen. (Foto: Vu Huong)

Zuschauer sind ältere Menschen, junge Familien und ausländische Touristen. Sie warten gespannt auf die Aufführung. Darunter sind Minh Thao und ihr fünfjähriger Sohn. Thao verfolgt regelmäßig den Spielplan, um keine Aufführung zu verpassen. Sie beteiligt sich zudem begeistert an den Mitmachaktionen, wie das Erlernen von Tanzbewegungen oder das Bemalen von Masken.

„Ich finde dieses Programm ist sehr interessant und kreativ. Es bringt Geschichte und Kunst dem Publikum näher.“

Die Künstlerin Kieu My, die seit über 20 Jahren mit dem Hat-Boi-Theater verbunden ist, erzählt, dass die Darstellerinnen und Darsteller stets ein bis zwei Stunden vor der Aufführung erscheinen, um sich selbst zu schminken und vorzubereiten. Trotzdem seien sie und ihre Kollegeninnen und Kollegen sehr glücklich. Die größte Belohnung für die Künstlerinnen und Künstler sei die Begeisterung des Publikums.

„Die Begeisterung des Publikums gibt mir neue Energie. Sie stärkt meine Liebe zur traditionellen Kunst und motiviert mich, Hat Boi noch schöner aufzuführen und diese Kunstform den Menschen näherzubringen.“

Seit drei Jahren führt das Hat-Boi-Theater von Ho-Chi-Minh-Stadt seine Aufführungen regelmäßig an historischen Stätten durch. Dies hat dazu beigetragen, nicht nur für Werte von historischen Stätten zu werben, sondern auch diese Kunstform dem modernen Publikum auf natürliche Weise näherzubringen. Wöchentlich werden berühmte Hat-Boi-Ausschnitte an historischen Stätten wie der Le-Van-Duyet-Grabstätte und dem Geschichtsmuseum von Ho-Chi-Minh-Stadt aufgeführt. Im Rahmen des Programms können Besucher etwas über die Besonderheiten des Hat-Boi-Theaters erfahren sowie sich an interaktiven Aktivitäten wie Bemalen von Masken und Hineinschlüpfen in die Rolle eines Darstellers. Dazu Nguyen Thanh Binh:

„Ein positives Zeichen ist, dass auch junge Zuschauer von Anfang bis Ende dabei bleiben. Wir erhalten sehr gute Feedbacks. Das Publikum schaut nicht nur zu, sondern beteiligt sich interaktiv. Gerade dadurch entsteht eine lebendige Verbindung zwischen der traditionellen Kunst und der jungen Generation.“

Die regelmäßigen Hat-Boi-Aufführungen im öffentlichen Raum tragen dazu bei, der traditionellen Kunstform neue Lebenskraft zu verleihen– mitten im Herzen der modernen Stadt.